Judith und Christian Vogt - Steampunk-Atmosphäre in der Anthologie "Blutroter Stahl"

Copyright: J & C Vogt
Judith und Christian Vogt offensichtlich frisch von ihren Abenteuern zurück zum Tee

 

Interview mit Judith Vogt

 

Romanluzid: Ihr schreibt gemeinsam – nicht immer, aber bisher drei Romane und unter anderem diese Geschichte in der Anthologie – ist das ein grundsätzlich anderes Arbeiten, als wenn ihr alleine schreibt?
 

Judith: Ja: Es ist an sich einfacher. Wir sind mittlerweile ganz gut
eingespielt, und es ist natürlich gut, wenn man Szenen, die einem selbst
vielleicht nicht so liegen, an den anderen abtreten kann. Auch, wenn ich
(Judith) einen Roman alleine schreibe, ist Christian in die Planung
involviert, aber natürlich nicht so tief und detailreich wie bei einer
gemeinsamen Geschichte. Das heißt, grundsätzlich profitiert vermutlich
auch die Komplexität und Tiefe einer Erzählung davon, dass wir sie von
zwei Seiten beleuchten.

 
Ihr seid aktive Rollenspieler und Autoren von „Eis und Dampf“ – habt
ihr den Eindruck, dass Rollenspieler anders Fantasy schreiben?
Dynamischer vielleicht?
 

Hmm, dazu können wir gar nicht so viel sagen. Gibt es Fantasy-Autoren da draußen, die nicht Rollenspiel spielen? Die meisten, die wir kennen,
haben Erfahrung mit Pen&Paper, LARP oder Reenactment, und selbst bei
denen, von denen wir es jetzt nicht genau wissen, würden wir nicht
urteilen wollen, was Dynamik oder andere Aspekte ihres Schreibens
angeht. Ich denke, die Fantasyszene an sich ist zu "seltsamen Hobbies"
hingezogen, und davon profitiert sicher das Schreiben.

 

Hm, die Frage kam unter anderem daher, dass ich nicht Teil der Rollenspiel-Community bin :-)


Was ist euch wichtig, wenn ihr eine solche Kurzgeschichte für eine
Anthologie beisteuert?
Was möchtet ihr in euren Lesern hervorrufen?
 

Bei der Geschichte für "Blutroter Stahl" wollten wir vor allen Dingen
ein wenig Nostalgie einfangen, nein, machen wir uns nichts vor: Viel
Nostalgie. Wir wollten uns in jemanden hineinversetzen, der mit 13, 14
Jahren zum ersten Mal "Conan" sieht oder Howard liest und sich in diesen
Sog der Sword-and-Sorcery-Fantasy begibt, die ja roh ist und
"straightforward" und bei der es ganz viele Tropi gibt, die jeder sofort
erkennt.

 
Könnt ihr den Funken von „Eis und Dampf“ hier einmal direkt auf
diejenigen überspringen lassen, die sich bisher nicht mit
Dampf-dominierten Fiktionen beschäftigt haben? Was ist das Besondere und Faszinierende an Welten, die buchstäblich unter Dampf stehen?
 

Ich finde, literarische Welten wecken in dir als Leser ein bestimmtes
Gefühl, an das du dich noch Jahre später erinnerst - das habe ich ja
auch oben schon in Bezug auf "Conan" erwähnt. Steampunk bereichert diese
innere literarische Landschaft für mich sehr stark, es ist eine etwas
andere Spielart der Phantastik, die für mich den Hauch alter
Abenteuerromane hat, Entdeckungen, Erfindungen, großer Möglichkeiten ...
Es muss dabei ja nicht zwingend dampfbetrieben sein - die viktorianische
Gaslicht-Ära, der War of Currents zwischen Tesla und Edison, das
vergoldete Zeitalter des Mark Twain, die wissenschaftlichen
Abenteuerromane des Jules Verne.
Das alles würde mir mittlerweile doch
sehr fehlen ...

 

Zwei Veröffentlichungen zum Kennenlernen:

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